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Mittwoch, 18. November 2009 16:16 Alter: 2 yrs

Gebäudeeffizienz - Green Building 2009

 

Unter diesem Titel und im Rahmen der Tages der Technik veranstalteten die Gebäude Netzwerk Initiative GNI, KNX Swiss und LonMark Schweiz zum zweiten Mal gemeinsam einen Event, um die Bedeutung der Gebäudetechnik und der Gebäudeautomation auf dem Weg zum Green Building aufzuzeigen. Zahlreiche Partnerverbände unterstützen den Anlass am 9. November 2009 und namhafte Hersteller zeigten ihre Produkte an der begleitenden Ausstellung. Für den Anlass wurde das Atrium von Portikon in einen temporären Eventraum verwandelt.

Die 170 Teilnehmer kamen - moderiert von GNI-Präsident Hans Rudolf Ris - in den Genuss von hochstehenden Vorträgen, welche die komplexen Zusammenhänge auf dem Weg zum Green Building aufzeigten. Harry Hirsch, Diederichs Projektmanagement, stellte die Geschichte und Umsetzung des seit 2009 existierenden Label der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB vor, die bereits über 750 Mitglieder zählt, darunter namhafte Konzerne wie die Hochtief AG sowie vielen Architekten und Ingenieuren. Die DGNB-Zertifizierung umfasst ca. 60 Kriterien in 6 Themenfelder und bewertet u.a. auch sozio-kulturelle und funktionale Kriterien sowie die Standortqualität. Die Zertifizierung existiert im Moment für Verwaltungs- sowie Retail-/Industriebauten, eine weitere für Umbauten ist in Vorbereitung. Dr. Ralf Bellm, Hochtief Development Schweiz, stellte den Neubau Portikon vor, wobei nach dem vorhergehenden Vortrag klar wurde, dass sich der Projektentwickler den grundlegenden Visionen des Konzerns gefolgt ist und deshalb den Neubau in Minergie-P weitsichtig geplant hat, z.B. mit der grossen Photovoltaikanlage, welche momentan nicht in wenigen Jahren amortisiert werden.

 

Unter dem Titel „Energieeffizienz - mehr als dicke Dämmplatten“ zeigte Urs-Peter Menti, Leiter Zentrum für Integrale Gebäudetechnik der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, dass auf dem Weg zum Green Building das “Gebäude als System” der Schlüssel zur hohen Gesamtenergieeffizienz ist, wobei dies oft komplexe Systeme sind. Hohe Energieeffizienz setzt also intelligente Konzepte voraus und dynamische Simulationen sind als Optimierungsinstrument für komplexe Systeme eine Notwendigkeit. Die Optimierung des Gesamtsystems müsse bereits im Entwurf und in der Konzeptphase beginnen. An den beiden Projekten Bettenhaus Stadtspital Triemli (in Planung) und der im September eröffneten Neuen Monte Rosa Hütte zeigte er die Komplexität bei solchen Planung auf. Ivo Lenherr, Professor für Bauprozessmanagement an der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau, behandelte das Thema „Ressourceneffizienz“. In einem Vergleich mit dem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept von Toyota („Ein sauberes Auto soll aus einer sauberen Fabrik kommen“) zeigte er auf, wie viel Potential an Ressourceneffizienz beim Bauen brachliegt und wie dieses durch konsequentes Bauprozessoptimiertes Bauen vermieden werden kann. Denn ebenso wichtig wie die Betriebskosten ist die aufgewendete graue Energie auf dem Weg zum Green Building.

 

Die umfassenden Themen und Thesen gaben reichlich Diskussionsstoff beim Apéro riche, serviert vom hauseigenen Restaurant Graf Z und grosszügig spendiert von Hochtief Development Schweiz. Und Zeit, sich bei den Ausstellern über neue Produkte in der Gebäudeautomation zu informieren. Bereits haben die Organisatoren beschlossen, 2010 wieder einen solchen gemeinsamen Anlass durchzuführen.

 

Referate downloadbar unter: www.g-n-i.ch , Veranstaltungen, Archiv



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