
Bauelemente-Distributoren in Deutschland spüren Flaute
Deutliche Bremspuren verzeichnete der deutsche Bauelemente-Distributionsmarkt im dritten Quartal 2011. Der Umsatz sank um 2.6% auf 740 Mio. EUR, der Auftragseingang gar um 22 % auf 660 Mio. EUR. Die Book-to-Bill-Rate liegt mit 0.89 an der Unterkante einer normalen oder saisonalen Marktbewegung. Den Halbleiterbereich hat es sichtlich am stärksten getroffen, mit einem Minus von 5.2 % auf 519 Mio. EUR. Damit sank der Anteil der Halbleiter am gesamten Komponentendistributionsmarkt auf 70 %.
Alle anderen wesentlichen Sektoren wie Passive Bauelemente, Elektromechanik und Stromversorgungen konnten sogar noch zulegen: Passive wuchsen um 2.3 % auf 106 Mio. EUR und stabilisierten ihren Anteil am Gesamtmarkt bei gut 14 %. Die Elektromechanik wuchs um vier Prozent auf knapp 74 Mio. und hielt ihren Anteil von zehn Pozent. Displays, Sensoren und Stromversorgungen wuchsen jeweils zweistellig und repräsentieren Anteile am Gesamtmarkt zwischen einem und 2.5 %.
FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet): „Wie bereits vermutet, werden die beiden Jahreshälften 2011 ganz unterschiedlich sein. Wenn sich das letzte Quartal ähnlich verhält wie das dritte, dann wird 2011 immer noch mit einem leicht zweistelligen Plus enden, bei deutlich über drei Mrd. EUR. Von einer Krise zu sprechen wäre angesichts dieser Situation abenteuerlich, zumal Q3 das dritthöchste Quartal seit Bestehen des FBDi war. Die Auftragslage sieht dagegen wenig freundlich aus. Die Abschwächung hat fast eine Dynamik wie Ende 2008. Von +17 % im ersten Quartal auf -22 % im dritten Quartal – und das nach einer bereits beispiellosen Achterbahnfahrt in den letzten 30 Monaten – zeigt, dass das Bestellverhalten an Radikalität und Kurzfristigkeit weiter zunimmt. Das könnte eine Herausforderung für Distributoren und Hersteller in den nächsten Jahren werden.“



